Aerial Yoga – I believe I can fly

Aktualisiert: 10. Juni 2019


Beim Aerial Yoga wird Yoga an einem von der Decke hängenden Tuch praktiziert. Der Yogastil, auch als AntiGravity® Yoga, Flyoga oder Air Yoga bekannt, ist eine Mischung aus Yoga, Pilates, Tanz und Akrobatik. Wie so viele skurrile Trends entspringt auch dieser den USA.


I believe I can fly

Im Aerial Yoga dreht sich alles um das an der Decke des Raumes befestigte elastische Tuch. Es wird zu einer schaukelähnlichen Schlaufe aufgehängt, in der man in den verschiedensten Asanas ca. einen Meter über dem Boden schwebt. Die Schlaufe wird dabei unter die Hüftknochen, unter die Achseln oder um andere Körperteile gelegt.


Wir beginnen, indem wir das Tuch unter den Hüftknochen platzieren und uns in Uttanasana (stehende Vorwärtsbeuge) sinken lassen. Anders als in der regulären Pose lastet das Gewicht nicht auf den Füßen, sondern wird von dem Tuch getragen.


Vollig losgelöst

“Langsam einen Fuß nach dem anderen heben.” lautet die Anweisung von Kat. Für meinen Kopf, der für einen kurzen Moment vergessen hat, das der Körper vom Tuch getragen wird, scheint das ein unmögliches Unterfangen. Als ich jedoch vorsichtig meine Beine hebe und in einer Art schiefer Ebene schwebe, in der nur meine Hände den Boden berühren, muss ich grinsen. Es ist zwar wackelig und extrem anstrengend, aber macht Spaß!


Der Spielplatz der Yogis

Im späteren Verlauf der Stunde schwingen wir, die Tücher unter die Achseln geklemmt, wie ein Pendel von links nach rechts. Wir legen den Kopf in die Schlaufe, machen Rückbeugen und ich habe das Gefühl, ich könnte die ganze Welt umarmen. Kopfüber hängen wir wie Fledermäuse an der Decke, die Beine gerade in die Luft gestreckt und das Tuch trägt uns an den Schultern. Ein bisschen erinnert mich das an die sorgenfreie Zeit auf dem Spielplatz.


Herausfordernde Posen leicht gemacht

Haltungen, mit denen ich unter normalen Umständen zu kämpfen habe, werden plötzlich ganz einfach. Wir üben Posen, die halsbrecherisch aussehen, aber einmal eingenommen gar nicht so schwer sind. Während manche Positionen unmöglich erscheinen und mein Kopf sie mir ausreden will, lerne ich langsam, dem Tuch und meinem Körper zu vertrauen. Und siehe da, plötzlich schwebe ich im unterstützen Kopfstand und fühle mich großartig!


Savasana im Kokon

Zum Ende der Stunde wird das Tuch zu einem Kokon, in dem wir liegen und sanft über dem Boden hin und her wiegen. Ich bin umgeben von Stoff, fühle mich geborgen und sicher. So muss es sich in einem Tragetuch als Baby anfühlen.


Aerial Yoga, Go oder No-Go?

Mit der Unterstützung des Tuches findet eine Dehnung des ganzen Körpers statt, die unter normalen Umständen schwerer zu erreichen ist. Du kannst dich fallen lassen und alles abgeben. Durch die vielen Umkehrhaltungen wird die Wirbelsäule gestreckt und die Durchblutung gefördert. Gerade für Yogaanfänger ist diese Art des Yogas geeignet, da das Tuch Halt gibt und einem schwierige Asanas erleichtert.


Aber Aerial Yoga bedeutet nicht nur Abhängen.

Um den Körper im schwankenden Tuch zu stabilisieren, braucht es eine Menge Gleichgewichtssinn und Körperspannung. Insbesondere deine Körpermitte sowie Arme und Beine werden in einer Aerial Yoga Klasse gestärkt.

Ein kleiner Wermutstropfen sind die anfänglichen Schmerzen, die das Tuch bereitet, wenn es an der Haut zwickt. Nach der ein paar Klassen gewöhnt sich der Körper allerdings daran. Ich persönlich habe es schon nach den ersten 30 Minuten vergessen. Also lass dich nicht davon abhalten es mal auszuprobieren.


Für wen ist Aerial Yoga geeignet?

Diese Yogaart lässt sich für alle empfehlen, die:

  • experimentierfreudig sind

  • sich gerne akrobatisch betätigen und schwindelfrei sind

  • sich mal auf andere Art an Umkehrhaltungen herantasten wollen

  • mal so richtig loslassen und den Alltagsstress abgeben woll