Krav Maga – quick, hard and dirty!

Aktualisiert: 23. Juni 2019


Beim Krav Maga geht es darum, sich fit für (körperliche) Konfliktsituationen zu machen.

Krav Maga ist ein Selbstverteidigungssystem. Der Begriff „Krav Maga“ stammt aus dem Hebräischen und bedeutet so viel wie „Kontaktkampf“. Krav Maga beruht auf einem realitätsnahen und leicht erlernbaren Selbstverteidigungsprinzip.


Es verfolgt ein einfaches Ziel: die Vermittlung von Fähigkeiten zur effektiven Selbstverteidiung an Menschen jeden Alters und Geschlechts. Im Krav Maga wird bewusst auf natürliche Reflexe und ganz intuitive Bewegungsabläufe zurückgegriffen. Hieraus erwächst die Möglichkeit, erlernte Techniken der Selbstverteidigung auch in extremen Stresssituationen, in denen es oft um Sekunden geht, anzuwenden.


Krav Maga versteht sich nicht als Sport im klassischen Sinne, auch gibt es keine Wettkämpfe o. Ä. Im Unterschied zu vielen Kampfsportarten wird die Anzahl der Techniken im Krav Maga bewusst niedrig gehalten. Sie sind daher auch mit vergleichbar geringem Trainingsaufwand zu erlernen. Dies dient dem klaren Zweck: Selbstverteidigung muss abrufbar sein, wenn es drauf ankommt! Realitätsnähe ist daher oberstes Gebot.


Dies wird auch im Training deutlich, wenn nicht nur aus allen Lagen (liegend, stehend, sitzend), sondern auch unter verschiedensten Bedingungen (z.B. im Dunkeln, im Treppenhaus, auf der Straße) trainiert wird. Aus diesem Grund legt das Training im Krav Maga besonderes Augenmerk auf körperliche Anstrengung als Simulation der Stressbelastung eines Angriffs oder Überfalls. Auch gestellte Szenarios, die sich an der Realität orientieren, gehören zum festen Bestandteil des Trainings.


Woher kommt Krav Maga?

Als Begründer gilt der slowakische Boxer Imrich Lichtenfeld († 87), der Anfang des 20. Jahrhunderts damit begonnen hat, Juden in Selbstverteidigung zu unterrichten. Dafür nutzte er Techniken aus dem Boxen und Ringen und ergänzte sie durch Kampftechniken aus dem Jiu-Jitsu, die er von seinem Vater, einem Polizisten, gelernt hatte.


Was zeichnet die Techniken aus?

Beim Krav Maga werden Reflexe und instinktive Reaktionen auf Aggression geschärft, um möglichst schnell und unbeschadet aus Gefahrensituationen zu gelangen. Die Mittel dazu können von der verbalen Deeskalation über die Flucht bis hin zur körperlichen Auseinandersetzung reichen, die erst dann als Lösung eingesetzt wird, wenn sie sich nicht mehr vermeiden lässt. Aus diesem Grund eignet sich Krav Maga dazu, einerseits seine Stärke, andererseits aber auch Selbstbeherrschung und Konfliktmanagement zu trainieren.


Lässt sich ein Kampf nicht umgehen, dann befähigt Krav Maga zu verschiedenen Kampftechniken, außerdem zum Entwaffnen eines Gegners und zum Umgang mit einer Gruppe von Angreifern.


Bis heute ist Krav Maga fester Bestandteil in der Ausbildung von Militärsondereinheiten und Polizisten, Sicherheitskräften und Personenschützern. Auch bei Privatpersonen wird er immer beliebter. Die einzelnen Techniken werden individuell zusammengestellt. Deshalb ist es möglich, Größen- und Kraftunterschiede zwischen Kämpfern durch schnelle Reflexe oder ein unsportliches Vorgehen auszugleichen. So könnte man einen Tritt in die Weichteile oder einen Schlag aufs Ohr als unfair ansehen – aber auch sehr zuverlässig, wenn es darauf ankommt.


Wo kann ich Krav Maga lernen?

Krav-Maga-Kurse gibt es inzwischen in den meisten Städten. In großen Kampfsport-Studios, Volkshochschulen und Universitäten zählen sie zunehmend zum Standardkursangebot, zudem haben sich auf Krav Maga spezialisierte Kampfsportschulen etabliert. Von der vollständigen, etwa ein halbes Jahr umfassenden Basisausbildung bis hin zu Kompakt-Kursen, die auf die Grundlagen der Selbstverteidigung ausgelegt sind, kann Krav Maga dabei in unterschiedlichsten Formaten erlernt werden.


Welche Techniken unterrichtet werden, ist dabei von Kurs zu Kurs unterschiedlich. Das Kampfsystem basiert mehr auf Prinzipien als auf einer Sammlung bestimmter Techniken, sodass je nach Schwerpunktsetzung – etwa zur Konfliktvermeidung oder auf Selbstverteidigungstechniken speziell für Frauen – die passenden Mittel zum Zweck gelernt werden können.


Ich selbst habe einen Kurs bei der Boxing Company Cologne besucht:

http://boxingcompanycologne.de/krav-maga/


Mein Fazit nach meiner ersten 90 Minuten Einheit lautet: Krav Maga ist eine tolle Möglichkeit zur Entwicklung eines guten und selbstbewussten Körpergefühls. Krav Maga ist jedoch eher Nahkampf als Kampfsport. Es geht nicht darum fit zu werden, sondern zu lernen sich in Notsituationen effektiv zu verteidigen. Das halte ich in jedem Fall für sinnvoll und möchte euch daher ermutigen, es einfach selbst mal auszuprobieren.

60 Ansichten